Sprachrohr

CDU-Kreisvorstand besucht „haKochaw“ in Unna-Massen

07.03.2020

Mit der Einweihung der Synagoge in Massen im vergangenen Sommer setzte die jüdische Gemeinde „haKochaw“ ein deutliches Zeichen. Der Turm mit dem Davidstern signalisiert: Hier gibt es jüdisches Leben!

Eine Abordnung des CDU-Kreisvorstandes besuchte kürzlich die aus dem ehemaligen evangelischen Gemeindehaus in der Buderussiedlung entstandene Synagoge. Alexandra Khariakova, Vorsitzende von „haKochaw“, erläuterte der der interessierten Gruppe den Prozess von der Idee zur Gemeindegründung bis hin zur Errichtung eigener, moderner Räumlichkeiten.

Ein Vorzeigeprojekt, war die einhellige Meinung der Christdemokraten angesichts des nach neuesten Maßstäben komplett sanierten Gebäudes, das einige Besonderheiten aufweist. So enthält zum Beispiel der Estrich im schlichten und doch beeindruckenden Betraum Sand aus Israel. „Es war gar nicht so einfach, den mit nach Deutschland zu bringen“, berichtete Khariakovaschmunzelnd.

Eine beleuchtete Gedenkwand trägt die Namen aller Holocaust-Opfer aus Unna sowie die der verstorbenen Gemeindemitglieder. Die in Spiegelschrift aufgeführten Namen sind erst lesbar, wenn der Betrachter in den Spiegel an der gegenüberliegenden Wand schaut. Dort sieht er nicht nur die Namen, sondern auch sich selbst – zur Reflektion eigener Empfindungen angesichts des unendlichen Leids, dem jüdische Mitbürger ausgesetzt waren.

„Wir wollen aber nicht immer nur zurückblicken“, so Khariakova. „Uns ist es wichtig zu zeigen, dass es wieder jüdisches Leben in Unna gibt.“ Es werden Gottesdienste gefeiert, gemeinsame Mahlzeiten, Fahrten und kulturelle Veranstaltungen organisiert. Ein Schwerpunkt liegt auf dem kommunikativen Miteinander der verschiedenen Religionen im Rahmen von Gesprächen und Begegnungen.

Ein Wermutstropfen blieb den Besuchern um ihrem Kreisvorsitzenden Marco Morten Pufke bei Ankunft und Abschied jedoch nicht verborgen: „Die umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen machen uns nachdenklich“, so Pufke, „wir werden uns mit ganzer Kraft dafür einsetzen, dass diese eines Tages überflüssig sein werden.“

Nach zwei informativen Stunden bedankte sich die Gruppe bei Alexandra Khariakova mit einem kleinen Kirschbaum für die Einladung und versprach, mit der jüdischen Gemeinde weiter im Dialog zu bleiben.